Die Prozession
Angst,
Sehnsucht,
Melancholie
und Lustlosigkeit
vermischen sich
zu einem Brei
in meinem Hirn.
Quellende Qualen
des Minderwertigkeitsgefühls
pressen sich
durch Hirnwindungen
und Herzgefässe.
Hoffendes Zagen
zieht langsam
in borderlinehafter
Prozession
vorüber
- schleppend
und mit dem
Kreuz-Banner des Todes,
gefolgt von den
heiligen Lamentierern
alten Elends.
Weissgekleidete Jungfrauen
tragen rote Rosen
vor sich her
und fressen sie.
Der Priester gibt
seinen Segen.
Das Volk
faltet die Hände
und grinst.
Vom Himmel fliegt
eine Taube und ein Rabe,
die sich auf den Häuptern
der Jungfrauen
paaren.
Blechern schallt
die Musik
aus dem Lautsprecher.
Das erste Glas
ist leer.
Ein bunter Streifen
frohen Hoffens
winkt von ferne.
Schwatzende Weiber
irdischer Lust.
Dunkel über den Dächern.
Licht und Getöse
am Himmel
aus dem Engel
herniederwinken.
Zögern.
Warten.
Aushalten.
Hoffen.
Alles ist gut.
Barbara



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